Willkommen in Unterschlauersbach

- erstmals urkundlich erwähnt 1124 n. Chr. - 

Chronik des Gesangvereins Unterschlauersbach

Am 28.10.1902 gründeten 20 sangesfreudige Männer einen Gesangverein mit Leonhard Keppner als Vorstand, Simon Hofmockel als zweiten Vorstand, Friedrich Schwarz als Kassier und Johann Zettel als Schriftführer. Chorleiter wurde Johann Oheimer aus Großhabersdorf. Die Aufnahmegebühr und der Jahresbeitrag betrug jeweils eine Mark und der Monatsbeitrag 20 Pfennig. So steht es im Protokollbuch. Es führt die Namen von 20 Mitgliedern auf. Es sind dies: Leonhard Keppner, Simon Hofmockel, Friedrich Schwarz, Johann Zettel, Johann Thann, Michael Zucker, Georg Geiersberger, Martin Keppner, Friedrich Keppner, Jakob Zettel, Georg Schuh, Friedrich Däumler, Johann Adler, Georg Brechtelsbauer, Leonhard Roschlau, Michael Winkler, Johann Feder, Johann Binöder, Konrad Meth und Johann Zucker. In den Jahren nach der Gründung konnte der Mitgliederstand gehalten werden. 1906 wurde Dirigent Johann Oheimer von Konrad Kurz aus Bürglein abgelöst. 1912, nach zehnjährigem Bestehen des Gesangvereins, kaufte man eine Fahne zum Preis von 450 Mark. Die Fahnenweihe fand am 1. und 2. Juni 1912 statt. Daran nahmen 17 Vereine aus der näheren Umgebung teil. Ihr Verlauf wurde ausführlich im Protokollbuch festgehalten. Hier einige Sätze davon: „Vormittags ½ 12 Uhr war die Weihe der Fahne auf der Festbühne. Es wurde die Fahne beim Vorstand des Gesangvereins mit Musik und die anwesenden Festvereine mit Fahnen und Fahnenjunkern empfangen, sodann die Fahne von den kleinsten Festjungfrauen getragen und zur Weihe gebracht. Die Fahne wurde durch Herrn Kantor Eyselein von Seubersdorf mit einer schwungvollen Ansprache geweiht.“ Das ist die letzte Eintragung vor dem Ende des Ersten Weltkrieges.

Am 5. April 1919 entschlossen sich die Sänger zur Wiederaufnahme der Singstunden. Im Protokollbuch steht: „Nach vier schweren Kriegsjahren ist diese Versammlung heute die erste. Nachdem vom Verein 14 Mitglieder ins Feld bzw. eingerückt waren, sind leider hiervon zwei Mitglieder gefallen.“ Am 13. April 1919 wurde wieder die erste Gesangsprobe abgehalten. Noch immer war Gründungsvorstand Leonhard Keppner Vorstand. Dirigent war weiterhin Konrad Kurz. Ein besonderes Ereignis war das Bibertgau-Sängerfest am 29. Mai 1927, das vom Gesangverein ausgerichtet wurde. Dabei konnte der Verein gleich sein 25-jähriges Bestehen feiern. Aus der Zeit des sogenannten Dritten Reiches liegen kaum Protokolleinträge vor. Der Staat bestimmte. In einer Mitteilung steht, daß der Gesangverein Unterschlauersbach am 9. Februar 1934 in den Fränkischen Sängerbund aufgenommen wurde. Außerdem trat der Verein auch der Sängergruppe Bibertgau-Cadolzburg bei. Der letzte Eintrag aus dem Protokollbuch ist vom 6. November 1935, mehr und mehr wurde durch die Gleichschaltung das Leben der Vereine den Absichten der Nazis angepaßt. Am 3. Juli 1936 verstarb der Gründungsvorstand Leonhard Keppner. Fritz Däumler übernahm als sogenannter Vereinsführer die Leitung des Vereins. Bei Kriegsausbruch, 1939, kam das Vereinsleben zum Erliegen. Auch diesmal mußte mancher Sänger auf dem „Felde der Ehre“ zurückbleiben.

Am 11. Januar 1949, nach der Währungsreform und mitten in der ersten Berlinblockade der Sowjets, wurde der Verein neu ins Leben gerufen. Die Neuwahlen brachten als Vorstand Konrad Helmreich an die Spitze. Als Dirigent wurde Oberlehrer Leipold gewonnen. Unter ihm, 1959 zum Ehrendirigenten ernannt, erlebte der Verein eine sehr positive Entwicklung. Schon drei Jahre danach wurde am 8. Juni 1952 das 50-jährige Jubiläum gefeiert. 20 Vereine nahmen daran teil. 1962 übernahm Hans Egerer als Vorstand die Leitung. Als Chorleiter fungierte nun Fritz Merk. Die damaligen Theateraufführungen brachten viel Erfolg und Abwechslung ins Vereinsleben. 1973 wurde dann Adam Bauer neuer Vorstand. Inzwischen hatte auch Rektor Hermann Zech die Chorleitung übernommen. Der Mangel an aktiven Sängern ließ an die Gründung eines Gemischten Chores denken. Besonders Peter Gebhardt tat sich dabei hervor. 25 Jahre später wird berichtet, er sei „zur Hintertür wieder hinein, wenn man ihn vorne hinauswarf. Er sei unangemeldet, gemeinsam mit dem Dirigenten, zu einem Hausfrauenabend gegangen und habe dort die Frauen animiert, zur Geigenmusik Lieder zu singen.“ Am 2.4.1974 fand die erste gemeinsame Probe des Gemischten Chores statt. Lehrerin Dagmar Petridis wurde Zweitchorleiterin. Der Gemischte Chor hat sich in der Folgezeit hervorragend entwickelt. Vom 15.-17.7.1977 feierte der Chor sein 75- jähriges Bestehen, gemeinsam mit dem 25. Gruppensingfest der Sängergruppe Biberttal-Cadolzburg. Der Jubelverein hatte 39 aktive Mitglieder. Nahezu 40 Vereine aus der Umgebung nahmen daran teil. Für 60 aktive Jahre wurde Georg Haberäcker geehrt. Für 50 Jahre wurden Johann Brechtelsbauer, Georg Däumler, Martin Hofmockel und Ehrenvorsitzender Konrad Helmreich ausgezeichnet.

Ende 1977 erarbeitete man eine neue Satzung. Ein Vergnügungsausschuß wurde gebildet. Auch schon in den Vorjahren wurde oft ein Vereinsball und/oder ein Kappenabend abgehalten. Auch Liedvorträge bei Veranstaltungen der anderen Vereine im Ort, in der Gemeinde und in der Kirche gehörten und gehören zur Tradition. Auch bei runden Geburtstagen, Hochzeiten und Beerdigungen von Vereinsmitgliedern und auf Sängerfesten wird gesungen. Neuer Chorleiter seit Oktober 1980 ist Walter Adler. Am 27.12.1980 wurde Fritz Gugel neuer Vorstand. Seitdem wird jedes Jahr im Sommer ein Grillabend abgehalten und ein Tagesausflug des Vereins organisiert. 1984 nahm der Chor in Großhabersdorf mit einem guten Leistungsstand an einem Wertungssingen teil, konnte auch das 10-jährige Jubiläum des Gemischten Chores feiern und war Gastgeber für die Versammlung der Sängergruppe Biberttal-Cadolzburg. Im Sommer 1985 sang man Weihnachtslieder für eine Schallplattenaufnahme. Es wurde eine Platte mit Vorträgen verschiedener Großhabersdorfer Vereine hergestellt. Am 7.4.1987 konnte unter anderem Georg Däumler für 60 Jahre aktive Sängertätigkeit geehrt werden. Am 23.1.1990 wurde beschlossen, dem Förderverein Fränkisches Sängermuseum beizutreten. Am 8.9.1990 besuchte man den MGV Rotschau in Thüringen, mit dem schon ein Jahr zuvor Kontakt aufgenommen worden war. Vom 7.-8.9.1991 waren sie dann bei uns zu Gast. Am 9.2.1993 wird Fritz Schlicker 1.Vorstand. Seitdem macht der Verein fast jedes Jahr eine Radtour zur Pflege der Geselligkeit. 1994/95 wurde eine neue Vereinstracht angeschafft. Am 10.4.1999 konnte das 25jährige Bestehen des Gemischten Chores im Rahmen eines Ehrenabends gefeiert werden.

Wie viele andere Vereine auch, kämpfte nun auch der gemischte Chor aus Unterschlauersbach um Nachwuchs und neue Mitglieder. Leider konnten keine neuen, aktiven Mitglieder generiert werden, so dass der Verein, unter Zustimmung der verbliebenen aktiven Mitglieder, am 23.01.2015 aufgelöst wurde.